Donnerstag 19. Oktober 2017
Pfarre Kopfing

Geschichte des Rosenkranzes

 

 


 

Das katholische Rosenkranzgebet entwickelte sich aus frühmittelalterlichen Gebeten, bei denen zunächst das Vater unser („Paternosterschnur“) und ab dem 11. Jahrhundert zunehmend das Ave Maria einhundertfünfzigmal in Zehnergruppen gegliedert wiederholt und mit Glaubensgeheimnissen und biblischen Texten über das Leben und Heilswerk Jesu Christi verbunden wurde.

 

Die älteste schriftliche Erwähnung einer Schnur mit aufgezogenen Steinen als Zählkette für wiederholt gesprochene Gebete in der Lateinischen Kirche schreibt diese Gebetsschnur der angelsächsischen Adligen Lady Godiva († um 1085) zu:

“The circlet of precious stones which she had threaded on a cord in order that by fingering them one after another she might count her prayers exactly were to be placed on a statute of the Blessed Virgin Mary.”

– William of Malmesbury: Gesta Pontificum Anglorum, 1125, Rolls Series 311.

Im 11. Jahrhundert schuf Petrus Damiani (um 1006–1072) die Form des „Ave Maria“, wobei der Engelsgruß aus dem Lukasevangelium im Wortlaut verwendet wurde:

„Ave Maria, gratia plena. Dominus tecum. Benedicta tu in mulieribus.“

Lk 1,28 EU

Im 12. Jahrhundert kam der Brauch auf, dass in Klöstern die Konversen, die meist nicht lesen bzw. kein Latein konnten, statt der lateinischen Psalmen des Stundengebets andere Gebete verrichteten. Neben dem Vaterunser tritt auch das Ave Maria als Ersatzgebet für die Psalmen auf, letzteres insbesondere bei den Zisterziensern und Kartäusern. Für eine Reihe von 150 „Ave Maria“ kam in Anlehnung an die 150 Psalmen der Bibel der Name Marienpsalter auf.[9]

Das „Alte Passional“, eine mittelhochdeutsche Legendensammlung ohne Angabe des Verfassers, vergleicht das „Ave Maria“ mit einer himmlischen Rose. Hierin gründet wohl die Bezeichnung „Rosenkranz“ für die Zählkette und eine Ave-Maria-Gebetsreihe. Eine der Legenden erzählt von einem Marienverehrer, der eine Marienstatue mit einem geflochtenen Kranz aus Rosen zu schmücken pflegte. In einer Erscheinung soll er eines Tages die Botschaft bekommen haben, dass sich Maria über einen anderen Rosenkranz mehr freue, nämlich über 50 gebetete „Ave Maria“. Diese würden in ihren Händen zu Rosen, aus denen sie den schönsten Kranz flechten könne.

Der Zisterzienserabt Stephan von Sallay († 1252) formulierte eine Vorform der 15 Rosenkranzgeheimnisse.

Durch den Kartäusermönch Heinrich von Kalkar (1328–1408) kam die Gewohnheit auf, fünfmal zehn „Ave Maria“ zu beten und jeden Zehnerblock mit einem „Vaterunser“ zu beginnen und einem „Ehre sei dem Vater“ zu beenden.

Noch im späten Mittelalter gab es den Beruf des Paternosterers, der aus Knochen und anderen Materialien Perlen für Rosenkränze fertigte.

Rosenkränze aus dieser Zeit trugen oft statt eines Kreuzes eine farbige Quaste.

Renaissance

 

 

Die heute gebräuchliche Form des Rosenkranzes entstand im Advent 1409. Der Trierer Kartäuser Dominikus von Preußen († 1460) fasste die Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen (clausulae) zusammen, die sich an den (damals allein üblichen) ersten Teil des Ave Maria anschlossen. Adolf von Essen, ebenfalls aus dieser Kartause, verkürzte die „clausulae“ auf 15.

Weit verbreitet ist die von Alanus de Rupe um 1468 zuerst verbreitete Legende, dass der heilige Dominikus, Gründer des Dominikanerordens, die heutige Form des Rosenkranzes 1208 bei einer Marienerscheinung empfangen und sie in seinem Orden eingeführt haben soll. Die Legende erzählt, dass Maria den Rosenkranz Dominikus als Waffe im Kampf gegen die Albigenser geschenkt habe.

In seiner Bulle „Ea quae“ vom 9. Mai 1479 empfiehlt Papst Sixtus IV. das tägliche Beten des Rosenkranzes.

1508 wurde dem „Ave Maria“ der Schluss-Satz „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns …“ hinzugefügt.

In seinem Breve „Consueverunt“ vom 17. September 1569 legte Papst Pius V. den Text des „Ave Maria“ endgültig fest und regelte die Form des Rosenkranzgebets offiziell.

 

 

19. Jahrhundert

 

Leo XIII. war ein großer Verehrer des Rosenkranzgebetes, dem er zahlreiche Enzykliken und apostolische Schreiben widmete:

  • Enzyklika Supremi apostolatus officio: Der Rosenkranz in Geschichte und Gegenwart (1. September 1883)
  • Apostolisches Schreiben Salutaris ille: Es wird die Bitte Regina sacratissimi Rosarii – ora pro nobis (Du Königin des Heiligen Rosenkranzes, bitte für uns) in die Lauretanische Litanei eingefügt. (24. Dezember 1883)
  • Enzyklika Superiore anno: Formalien bezüglich des Rosenkranzgebetes (30. August 1884)
  • Enzyklika Octobri mense: Rosenkranzmonat (22. September 1891)
  • Enzyklika Magnae Dei matris: Der Rosenkranz und das christliche Leben (8. September 1892)
  • Enzyklika Laetitiae sanctae: Der Rosenkranz und die rechte Ordnung der menschlichen Sozialgemeinschaft (8. September 1893)
  • Enzyklika Iucunda semper expectatione: Der Rosenkranz als Betrachtung und als Gebet (8. September 1894)
  • Enzyklika Fidentem piumque animum: Das Gebet zur Vermittlerin der Gnaden (20. September 1896)
  • Enzyklika Vi è ben noto: Über den Rosenkranz und das öffentliche Leben (nur für Italien 20. September 1887)
  • Enzyklika Augustissimae virginis mariae: Die Rosenkranzbruderschaft und die Engel des Himmels (12. September 1897)
  • Enzyklika Diuturni temporis Der Rosenkranz (5. September 1898)
  • Apostolisches Schreiben Parta humano generi: Zur Weihung der Rosenkranzbasilika in Lourdes und der Rosenkranz als Schutz gegen Häresien (8. September 1901)

20. und 21. Jahrhundert

Nach Leo XIII. erschienen noch folgende päpstliche Schriften zum Rosenkranz:

  • Papst Pius XI.: Enzyklika Ingravescentibus malis: Das Gebet des Rosenkranzes als Zuflucht der Kirche (29. September 1937)
  • Papst Pius XII.: Enzyklika Ingruentium malorum: Das Rosenkranzgebet in der Not der Zeit (15. September 1951)
  • Papst Johannes XXIII.: Enzyklika Grata recordatio: Der Rosenkranzmonat Oktober als Vorbereitung auf das Zweite Vatikanische Konzil (26. September 1959)
  • Papst Johannes XXIII: Apostolisches Schreiben Il religioso convegno auch als „Marialis Rosarii“ bekannt: Der Rosenkranz als Gebet für den Frieden (29. September 1961)
  • Papst Paul VI.: Enzyklika Christi matri rosarii: Aufruf zum Rosenkranz als Friedensgebet (15. September 1966)
  • Papst Paul VI.: Apostolisches Schreiben Recurrens mensis october: Der Oktober als Rosenkranzmonat (7. Oktober 1969)
  • Papst Paul VI.: Apostolisches Schreiben Marialis cultus (Nr. 42-55): Hinweis auf den biblischen Charakter der Gebetsworte und Betrachtungsmotive (2. Februar 1974)
  • Papst Johannes Paul II.: Apostolisches Schreiben Rosarium Virginis Mariae: Einführung der „lichtreichen Geheimnisse“ und Ausrufung des Jahres vom Oktober 2002 bis Oktober 2003 zum „Jahr des Rosenkranzes“ (16. Oktober 2002).


 

Der Advokat Gottes
Der Advokat Gottes /  Sel. Bartolo Longo

 

ACHTUNG!!!

Zusätzliche Aufführung am 5.November um 14 Uhr

 

 

 

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