Wednesday 8. February 2023
Pfarre Kopfing

Oft unerkannt – der Auferstandene ist uns immer nahe! Emmaus 2015


Die Begegnungsgeschichte der Emmausjünger mit Jesus hat die Menschen immer in einer besonderen Weise angesprochen. Sogar in der Kunst hat diese Begegnung einen besonderen Platz;

Beispiele haben wir in der Pfarrkirche und im Pfarrhof. Wie in den anderen Ostergeschichten geht es auch hier nicht um den Versuch, in einer möglichst objektiven Weise eine Erklärung für die Auferstehung zu geben. Der Bibel geht es um Begegnung und Verwandlung. Aus jeder wirklichen Begegnung gehen wir – zumindest ein Stück weit – verwandelt hervor.

 

„Es waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg.“ (Luk. 24, 13.28.33.35) 
Gott begegnet uns Menschen meist im Alltag, wenn wir auf dem Weg sind. Unsere ganze eigene Glaubensgeschichte steckt in der Erzählung: Gehen, Trostlosigkeit, Weggefährten, sein Aufleuchten, ein kurzes Begreifen,… Dieses Auf-dem-Weg-sein ist etwas typisch Christliches. Jesus selber ist der Weg. In der Apostelgeschichte werden die Christen als Menschen des „neuen Weges“ bezeichnet. Der Weg ist auch heute noch ein Sinnbild für die Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil hat das Bild vom pilgernden Gottesvolk wieder aufgegriffen. Wir sind in unserem Glauben als Einzelne und als Gemeinschaft auf dem Weg. Wir sind in einem Entwicklungsprozess drinnen. – Mögen wir uns als Pfarrgemeinde schon sehr bewusst und gemeinsam auf einen solchen Lern-, Lebens- und Glaubensweg einlassen!

 

„Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.“ (Luk. 24, 14.15.17….) 
Erzählen ist heilsam und „sich etwas von der Seele reden“ schafft Freiraum für neues Hinhören und Verstehen. Das, was wehtut oder wehgetan hat, zur Sprache bringen, ist ein Stück Versöhnung, Aufarbeitung oder Vergangenheitsbewältigung. 
Jesus selber holt aus in die Vergangenheit, so als wollte er sagen: Wenn ihr verstehen wollt was heute geschieht, müsst ihr verstehen, was zuvor geschehen ist. Jesus selber erzählt, und die Jünger erzählen. Erzählen ist ein wichtiges Element jeder Lebenskultur. Mögen wir als christliche Gemeinde beginnen, über unsere Lebenserfahrungen zu reden und Miteinander versuchen, darin die „Spuren Gottes“ zu entdecken.

 

„Da blieben sie traurig stehen…“ (Luk. 24, 17.21.26….) 
Die Jünger waren zutiefst Traurige und Verwundete auf dem Weg. Verwirrt und ratlos, aufeinander angewiesen, laufen sie aus dem Ort des Schreckens davon. Eine christliche Gemeinde entsteht nicht mit Satten und Selbstzufriedenen, sondern da, wo Menschen aufeinander angewiesen und auf dem Weg sind. Dann ist auch der Blick da für Weggefährten und für Gott, der ein „Gott mit uns“ (Jahwe - Immanuel) ist.

 

„Da ging Jesus mit ihnen hinein.“ (Luk. 24, 15.28.29.) 
Auch Jesus wird zum Weggefährten, zum „Kumpanen“. Die lateinischen Worte „cum panis“ bedeuten „mit Brot“. Brot teilen ist in allen Kulturen etwas Besonderes, Heiliges, ein Symbol für Heil, Glück, Gottesbegegnung. Jesus ist dann auch selber das gebrochene Brot, das gebrochene und geteilte Leben. So bleibt er bis heute gegenwärtig in seinem Wort und Sakrament, im Brechen des Brotes und im Empfang der Hl. Kommunion. 
Mögen wir durch die Feier von Christi Tod und Auferstehung in den Kar- und Ostertagen zu Menschen werden, so wie (es) Jesus war: Er war mit Menschen auf dem Weg, er hat zugehört, erzählen lassen und erzählt.  Das hat Menschen frei und zur Begegnung mit ihm fähig gemacht. 


Ihr Karl Burgstaller, Pfarradministrator

Pfarre Kopfing
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Diözese Linz

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