Dienstag 17. Oktober 2017
Pfarre Kopfing
Artikel der Tipszeitung 19.September
Kleinkindliturgie März 2017
Weltmissionssonntag
Sonderpfarrbrief Friedhof
FOTOAUSSTELLUNG „VERFOLGTE CHRISTEN WELTWEIT“
Pfarrcaritaskindereinrichtung
Kleinkindliturgie März 2017 Wenn du dir vorstellen kannst, ein- bis zweimal im Jahr eine kindgerechte Liturgiefeier abzuhalten, dann melde dich im Pfarrbüro oder bei Karin Hatzmann.
Weltmissionssonntag FAIRnaschen und die Welt FAIRändern! FAMILIENMESSE am Sonntag, 22. Oktober um 9.15 Uhr gestaltet von der NMS Kopfing anschließend Verkauf von Schokopralinen, Bio-Fruchtgummitierchen und Kaffee
FOTOAUSSTELLUNG „VERFOLGTE CHRISTEN WELTWEIT“ FOTOAUSSTELLUNG „VERFOLGTE CHRISTEN WELTWEIT“ Dienstag, 24.Oktober – Montag, 6.November 2017 im Festsaal der Pfarre Kopfing

50 Jahre Pfarrer in Kopfing

 
50 JAHRE – diese Zeitspanne muss man sich zuerst einmal vorstellen!
Nur rund ein Drittel unserer Pfarrbevölkerung kann in dieser Dimension denken, weil sie 50 Jahre oder älter sind.
Vieles wurde schon über Msgr. Alois Heinzl geschrieben. Über sein Leben und seine „Lebensreise“ wurde im Sonderpfarrbrief zu seinem 80. Geburtstag ausführlich berichtet, auch über seine großen Bautätigkeiten.
 
Wir haben daher einige Fragen an ihn gerichtet:

 

 

 
 
 
Lieber Herr Dechant, was bedeutet es für Sie, 50 Jahre Pfarrer in Kopfing zu sein?

 

Das bedeutet für mich eine große Gnade Gottes. Mein ganzes Leben im Seelsorgedienst in dieser Pfarre – zu dieser Lebens(haupt)aufgabe berufen, durch die Sakramente erlöst und geweiht. Ich werde vor Gott Rechenschaft ablegen müssen. Wird mir Kopfing dabei zum Vorwurf oder zur Belohnung werden? In meinen alten Tagen gehen mir diese Gedanken durch den Kopf – wie habe ich diese Berufung erfüllt? Wie schnell sind doch diese 50 Jahre vergangen (wie im Flug). Gott sei deinem Diener gnädig!
 
 
Können Sie uns etwas von Ihrer Erfahrung zum Thema „Kirche vor dem zweiten Vatikanischen Konzil und nach dem Konzil in Kopfing“ berichten?

 

Vor dem Konzil war die Kirche „erstarrt“. Es fehlten noch die Kommunikationsmittel – eine Veränderung war wegen der Kriege und der glaubensfeindlichen Gewaltherrschaft nicht möglich. So blieb alles beim „Alten“ und in der lateinischen Sprache.
Erst als in Europa der Friede einigermaßen wieder eingekehrt war, konnte die Kirche durch das Konzil ihr Leben neu entfalten und aufleben – besonders in der Liturgie und der Katholischen Aktion. Natürlich haben wir jungen Priester damals die Durchführung der Konzilsbeschlüsse eifrig in Angriff genommen. Die Messliturgie und Sakramentespendung in der Muttersprache brachte auch die Umgestaltung der Altarräume mit sich (Volksaltar, Ambo, Priester- und Ministrantensitze - Sedilien), was auch bei uns 1965/66 geschah. Nun gab es die „Gemeinschaftsmessen“ (Volksliturgie) in deutscher Sprache.
 Der „Aufbau“ der Messfeier hat durch das Konzil grundlegende Veränderung gebracht. Eine Reihe von Messgebeten und Gesängen musste in Deutsch neu gelernt und eingeführt werden. Das Gotteslob wurde eingeführt, das Mitsingen und gemeinsame Mitbeten galt es zu fördern und vieles andere mehr.
Der Pfarrgemeinderat musste in allen Pfarren gegründet und die Gruppierungen der Kath. Aktion weiter gefördert werden. Es gäbe noch vieles anzuführen und zu erzählen.
Eines ergab sich für uns Pfarrseelsorgen daraus: Es ist für uns enorm viel Arbeit dazugekommen, die wir alleine, ohne die aktive Mitarbeit der Laien nicht mehr hätten bewältigen können. Gott sei Dank haben sich damals, wie auch heute viele Pfarrmitglieder dafür gefunden. Und so sieht das Pfarrleben heute ganz anders aus, als vor dem Konzil. Voll Dankbarkeit und Genugtuung kann ich sagen: Kopfing hat immer gut mitgemacht, was uns beim Konzilbischof Zauner und bei Bischof Maximilian viel Lob und Anerkennung eingebracht hat.

 

 


Festgottesdienst 1996
 
Manche wissen vielleicht, dass sich in der Vergangenheit Bischöfe aus Passau und Linz in Kopfing getroffen haben. Was fällt Ihnen dazu ein „Kopfing ein Ort zwischen Passau und Linz“?

 

Diese herzlichen Treffen bis 2002 (einmal im Jahr Ende Juli) kamen immer zustande, weil sich unser Bischof und die Bischöfe von Passau mit Pater Schasching bei uns im Pfarrhof treffen wollten. Bei diesen Treffen waren immer auch anwesend der Innviertler Regionaldechant Prälat Ludwig, Dechant Sinzinger (Regionaldechant von Simbach-Bayern) und Propst Eberhard von Reichersberg. Ich habe sie nach Kopfing eingeladen und meine Haushälterin Maria und ihre Nachfolgerinnen haben sie immer mit einer guten Jause bewirtet. Das Bier („Hacklbräu“) hat dazu immer der Bischof von Passau mitgebracht. Alle kamen gerne nach Kopfing und es war stets ein unterhaltsamer und hochinteressanter Nachmittag.

 

In unserer Pfarre gibt es auf Ihre Initiative hin seit 30 Jahren auch einen Kindergarten. Was hat Sie dazu bewogen, den Pfarrcaritas-Kindergarten zu gründen und zu bauen?
Bewogen haben mich 2 Umstände: Von Seiten der damaligen Schulleitung bestand der große Wunsch einen Kindergarten zu gründen. Bei uns standen die landwirtschaftlichen Gebäude (Ställe und Scheune) leer. Nachdem die Finanzierung durch Pfarre, Land und Gemeinde aufgrund der Kostenvoranschläge gesichert war, wurde 1973 mit den Bauarbeiten begonnen und 1975 wurde der Kindergarten von Bischof Wagner eingeweiht und in Betrieb genommen. 1975 bis 2005 – wie viele Kinder konnten in dieser Zeit den Kindergarten besuchen, welcher Segen für die Pfarre!
 
Herr Dechant, Sie waren auch 10 Jahre Regionaldechant. Welche Bedeutung hatte das für die Kopfinger Pfarrbevölkerung?

 

Das müssten wir die Pfarrbevölkerung selber fragen. Ich war 28 Jahre Dechant, die letzten 10 Jahre auch Regionaldechant des Innviertels. Sicher konnte ich dadurch manches für die Pfarre leichter durchsetzen. Ich denke vor allem an die Erweiterung des Pfarrsaales. Auch an die Werbung für unsere Mysterienspiele in den Dechantenkonferenzen , wodurch Kopfing einschließlich dem Glatzinger Bründl in der Diözese viel an Ansehen gewonnen hat.
 
Die Ortsentwicklung in Kopfing war wesentlich vom Verkauf von Pfarrgründen abhängig. Was können Sie dazu sagen?

 

Die schwersten Probleme und Belastungen, die ich in Kopfing durchzustehen hatte, waren die Grundverkäufe, da ich mich hier immer in einer unguten Zwickmühle befand. Da war einerseits Diözesanbischof Zauner, der die Pfründengründe verkaufen („versilbern“ - wie er es nannte) wollte, und andererseits die alten Direktoren der Diözesanfinanzkammer, die strikt gegen die Grundverkäufe waren. So musste jeder Grundverkauf und Verkaufspreis erkämpft, ja schriftlich und mündlich „ertrotzt“ werden, was meine Nerven arg strapazierte und die Akten für die insgesamt 78 Grundverkäufe eine Reihe von Ordnern füllten. Dabei galt mein Bestreben vor allem auch, dass der Verkaufserlös möglichst in der Pfarre, im Ort blieb, und verschiedene Bauvorhaben überhaupt möglich wurden: Pfarrhofrestaurierung, Pfarrsaal- und Kindergartenbau, Schulbauten (Volks- u. Hauptschule), Sport- und Parkplatzanlagen u. v. a. m.
 
Wie wir wissen, waren Sie zu Beginn Ihres Wirkens in Kopfing nicht nur Pfarrer sondern auch Bauer. Können Sie, besonders für die junge Generation, einiges darüber erzählen?

 

Kopfing war eine der wenigen Pfarren in der Diözese, wo noch der ganze frühere Grundbesitz zum Pfarrhof gehörte und der Pfarrhof fast der größte Bauernhof in der Gemeinde war. So blieb mir in den ersten Jahren nichts anderes übrig, als die Selbstbewirtschaftung. Zum Glück hatte ich gute Wirtschafter gefunden, dem letzten verpachtete ich dann die Gründe. Nach und nach wurden viele Gründe als Baugründe verkauft. Ein Gutes hatte die Bewirtschaftung: Ich brauchte ständig Hilfsarbeiter, auch Mädchen für die Landwirtschaft. Daraus rekrutierte sich auch immer mehr die Pfarrjugend. Die Mädchenschaft, etwa 70 an der Zahl, war von Anfang an (1956) begeistert bei der Pfarrjugend, auch die Burschenschaft folgte.

 

 

 
Herr Dechant, wie haben Sie mit der Jugendarbeit begonnen, wie haben Sie die Jugend motiviert?

 

Wir hatten als Rückgrad einen Jugendvorstand, genannt Aktivistenkreis der Burschen- und der Mädchen. Schriftlesung, Glaubensgespräche, Meditation und Programmgestaltung (Planung) für den nächsten Monat waren die Themen. Wir hatten monatlich zwei Veranstaltungen für die gesamte Jugend: 1.) eine Glaubensstunde zur Weiterbildung und Vertiefung des religiösen Lebens und 2.) eine kulturelle und unterhaltsame Veranstaltung, wo wir auch das Brauchtum integrierten. Dazu kamen auch Exerzitien, Einkehr- und Bekenntnistage (Dreifaltigkeitssonntag und Christkönigfest), Faschingsball, Maibaumstellen, Maibaumkraxeln, Sonnwendfeuer, Erntedankfest, Herbergsuchen, Sternsingen (das wir schon pflegten, bevor es in der Diözese für die Jungschar eingeführt wurde).
Weiters gab es noch den jährlichen Jugendausflug, Wanderungen, Diözesan- und Dekanatsjugendfeste. Wir haben auch einen Jugendchor und eine Theatergruppe gegründet, die erstaunlich gut gedeihten. Die Theateraufführungen fanden vor allem in den Wintermonaten statt.
 
 
Es herrschte also ein reges Leben in der Jugend das ganze Jahr hindurch, auch schon deshalb, weil diese Veranstaltungen vorbereitet werden mussten. So wuchs auch der Gemeinschaftsgeist in der Jugend. Der Heilige Geist war voll am Werk.
 
Sie haben auch eine Jugendmusikkapelle gegründet – wie kam es eigentlich dazu?
Um 1965 ist die alte Musikkapelle (5-6 Männer) „eingegangen“. 1967 hatten wir eine Primiz (Schmidbauer Hubert) ohne Blasmusik! Nur eine kleine Jungbläser-Schülergruppe und ein Ziehharmonikaspieler unter der Leitung von HS-Dir. Neisser aus Enzenkirchen begleitete den Festzug – und weiterhin keine Musikkapelle bei den kirchlichen Festen. „Das halte ich nicht aus“, sagte ich mir, und entschloss mich – wohl wissend, was ich mir auferlegen würde, bzw. dass es ohne Geld keine Musik gibt – aus der Pfarrjugend, wie sie damals noch hieß, eine Musikkapelle zu gründen.
Vorsichtshalber teilte ich dieses Vorhaben Bischof Zauner mit und bat ihn um Rat. Der Bischof war über meinen Entschluss sehr erfreut und machte mir Mut. Nun tat ich mich mit Direktor Neisser zusammen, der mir seine tatkräftige Mithilfe zusicherte. Ich lud alle Jugendlichen, auch die ältere Schuljugend, die ein Blasinstrument erlernen wollten, für Dienstag, 24. Okt. 1967, um 18.30 Uhr ins Pfarrheim ein.
Dir. Neisser und ich waren sehr gespannt, ob und wie viele Jugendliche kommen würden. Es waren 56, davon 8 Mädchen. Es wurden sogleich die ersten Musikinstrumente vergeben und die Probenarbeit im Pfarrhof begann (die ersten 2 Jahre dreimal , ab dem 3. Jahr zweimal wöchentlich). Da die Jugend an Eifer und Ausdauer nicht nachließ, erblühte, zur Freude aller, unsere „Jugendkapelle“ – wir hatten wieder eine Musikkapelle!
 
 
1957
 
 
Was fällt Ihnen zum Thema „Schöne Momente in Kopfing“ ein?

 

Schöne Momente durfte ich wohl viele in Kopfing erleben. Schon die Feier der Installation am 21. August 1955 hat mich sehr gefreut und beeindruckt. Ich denke auch an die vielen Feierstunden und Jugendausflüge, die Palm- und Fronleichnamsprozessionen (seit wir wieder eine Musikkapelle hatten), das Mettenamt mit dem Weihnachtsschmuck (seit der Zeit nach dem Konzil im neu gestalteten Altarraum).
Schöne Momente waren die Aufführungen der Mysterienspiele über den Hl. Pfarrer von Ars, den Hl. Franz v. Assisi und den Hl. Diözesanpatron Severin und der bewunderswerte Einsatz der Spielgemeinschaft. Unvergesslich ist auch die Feier meines silbernen Priesterjubiläums in Verbindung mit der Glockenweihe 1974, die Einweihungsfeiern der Volks- und Hauptschule, des Kindergartens und des Pfarrsaalbaues, sowie auch die Feier meines 40-jährigen und 50-jährigen Priester Jubiläums und meines 80. Geburtstages.
Ein großer Glückstag für mich und sicher auch für die ganze Pfarrgemeinde war die Begrüßungsfeier unseres neuen Pfarrseelsorgers Andreas Skoblicki (im Hinblick auf meine Pensionierung). Beglückend war für mich stets der verlässliche Eifer der Ministrantenschar und nicht zuletzt des Kirchenchores, wenn sie auch meine Vertonungen sangen. Tausendfacher Dank dem lieben Gott und Euch allen – anstrengend, oft mühselig, aber schön war es hier in Kopfing.
 
Wenn Sie an Kopfing denken, was glauben Sie ist für Kopfing für die nächsten 50 Jahre wichtig?
Dass wir einen guten Seelsorger mit treuen Laienmitarbeitern haben, dass uns weiterhin Friedenszeiten geschenkt seien, damit die Kraft des Hl. Geistes zum Glück und Segen der Gläubigen wirken kann – und, dass wieder geistliche Berufe aus unserer Pfarre hervorgehen mögen.
 
Zum Abschluss würden wir gerne noch Ihre persönlichen Wünsche für die Zukunft erfahren
Ich wünsche mir, dass meine Seelsorgetätigkeit nicht vergeblich war. Dass ich in halbwegs guter Gesundheit meinen Lebensabend in Kopfing, das meine zweite Heimat geworden ist, verbringen kann und im Vertrauen auf Jesus in die ewige Heimat im Himmel gelangen möge, wo ich meine Pfarrkinder hoffentlich alle wieder sehen werde.
 
Die Pfarre Kopfing ist Ihnen, lieber Herr Dechant, für Ihren unermüdlichen Einsatz und Ihr seelsorgliches Wirken in den vergangenen 50 Jahren zu großem Dank verpflichtet. Diesen Dank möchten wir auf diesem Wege aussprechen. Gleichzeitig wünschen wir Ihnen, dass Ihre persönlichen Wünsche für die Zukunft in Erfüllung gehen mögen und wir Sie noch lange in unserer Mitte haben werden!
Der Advokat Gottes
Der Advokat Gottes /  Sel. Bartolo Longo

 

ACHTUNG!!!

Zusätzliche Aufführung am 5.November um 14 Uhr

 

 

 

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