Dienstag 17. Oktober 2017
Pfarre Kopfing

Gespräch mit Fritz Reitinger

15. April 2015

 

 

 Markus:

2 Jahre telefonieren für die Pfarrhofsanierung. Kannst Du ungefähr sagen wieviel Du telefoniert hast?

 

Fritz:

Viel. Telefoniert habe ich sehr viel.  Es gab schon Momente an denen ich dachte: „ Gibt’s das, dass ich überhaupt keinen erreiche“?

Das größte Problem war das viele, z.B. An schönen Herbsttagen,  einfach nicht zuhause erreichbar waren.

Aber irgendwie, hat es immer wieder funktioniert.

 

 

Markus:

Wie wusstest Du wie viele und für welchen Zweck Arbeiter benötigt werden?

 

Fritz:

Strasser Hans hat mich angerufen, Freitag oder Samstag, so viele Leute braucht er.  Dann habe ich angefangen zu telefonieren.

Zum Beispiel Freitag werden 2 Leute benötigt, und am Samstag 3 Personen.

Samstag war es ja noch einfach, aber unter der Woche war es teilweise eine „ Katastrophe“.  Natürlich gab es hilfsbereite Pensionisten. Vor allem dann im Herbst beim Mauern einreißen.  Das ist ja auch eine körperliche anstrengende Arbeit.

 

 

Markus:

Man kann fast sagen in den ersten Monaten wurde nur ausgeräumt, Wände abgetragen, abreißen

 

Fritz:

Da waren die ersten Maurer schon auf der Baustelle, ich dachte jetzt geht ans Aufbauen.

Dann kam wieder der Anruf: Wir brauchen wieder Leute, da gibt’s was zum Stemmen, und dort noch was zum Abtragen. Auch ein Teil der Decke musste noch runter – wo an anderer Stelle die Maurer schon an der neuen Decke arbeiteten.

Aber jetzt schaut er schon super aus. War vor kurzem wegen dem Treppenengeländer zum Dachboden im Pfarrhof. Schon ein Traum wenn Du so durch den Pfarrhof gehst.

Schon an den ersten Möbeln kenn man sehen  das es einfach und schön ist – aber auch kein Geld verschwendet wurde.

 

Markus:

Nicht überladen. Was nicht vergessen werden darf es werden ja auch die alten Möbel, um nicht zu sagen „Antiquitäten“ noch verwendet.

 

Fritz:

Am Anfang war man natürlich schon irgendwie Skeptisch, ein Projekt in dieser Größenortnung , lt Osterpfarrbrief ca.815.000,-

Aber jetzt sieht man: es passt.

Es war auch gut dass der Strasser und der Scheuringer da waren, die kennen sich aus und haben sich nicht von irgendwelchen Ideen überrumpeln lassen.

 Auch das Mauern „abschneiden, das von unten keine Feuchtigkeit mehr ins Mauerwerk kann. Hat Geld gekostet – dafür wurde nachhaltig gearbeitet.

 

Markus:

Du wusstest ja schon welche Personen sich bereit erklärt haben. Wie war die allgemeine Bereitschaft zur mithilfe wen Du dann Angerufen hast?

 

Fritz:

Das war verschieden. Wenn ich plötzlich Anrufe dann kann der betreffende an diesem Tag oder eben auch nicht.

Wenn nicht, dann habe ich ihn bei er nächsten Gelegenheit wieder angerufen.

 

Fritz holt die Mappe mit den Unterlagen der Robotarbeiter

 

Fritz:

Das sind die Notizen, mit Datum Wann, Wer gearbeitet hat.

Sehr viele die gearbeitet haben; das sind die letzten welche ich noch anrufen kann.

Hier ist auch zu erkennen welche Personen sehr oft auf der Baustelle waren, bzw. wer noch einzelne Tage offen hätte.

Hier bei den „Bereitschaftserklärungen “ habe ich immer mitgeschrieben. Jeder einzelne Tag ist vermerkt.

 

Markus

Mir ist aufgefallen wie am Ende eines Robottages einer sagte: „ Ich habe meine 2 Tage schon abgearbeitet, aber wenn der Fritz noch wenn braucht – kann er mich ruhig wieder anrufen“.

 

Fritz

Hier bei den Notizen ist ganz gut zu sehen dass einige mehr gearbeitet haben, als am Beginn vereinbart.

Beim Telefonat habe ich meisten gesagt: „ … Du wärst jetzt mit deinen Tagen fertig, außer Du magst noch mal einen Tag.“  Da gaben ganz viele als Antwort : „ Wenn es ist, rufst einfach wieder an“ .  Wirklich sehr viele haben  mehr gearbeitet, als zu Beginn ausgemacht.

Da z.B. die Notiz „noch einmal“ – Der war aber zu diesem Zeitpunkt schon weit über die anfangs angegebenen Tage drüber. Am Anfang des Tages: „ dann mag ich aber nicht nochmal“  und am Ende des Arbeitstages: „ Wenn Du  nochmal wenn brauchst rufst mich an“.

 

Es haben viele Leute gearbeitet, welche einem gar nicht gleich in den Sinn kommen würden.

Ein ganz schöner Papierstoß mit „Bereitschaftserklärungen“ den wir da sehen.

 

Markus:

Im Pfarrbrief von Dezember 2013, sind schon über 100 Arbeiter mit mehr als 850 Stunden vermerkt.

 

Fritz:

Ja, es ist schon sehr  viel Robotarbeit geleistet worden.

Das Problem im Laufe der Zeit waren die Wochentage, da ja die meisten unter der Woche selber am Arbeitsplatz waren, und die Anzahl der Pensionisten begrenz war.

Es gab natürlich wieder Zeiten, z.B. Jänner –Februar, an denen mehr Arbeiter Zeit hatten. Vor allem solche die im Baugewerbe arbeiteten.

Im Sommer war es schon sehr schwer Arbeiter zu erwischen. Zum Glück gab es wieder Ausnahmen, welche nicht nur in diesen Zeiten da waren – sondern auch sehr viel mehr Arbeitstage leisteten als zu Beginn ausgemacht.

 

Markus:

Ich habe gemerkt, dass die Pfarrhofsanierung nicht nur eine große Baustelle ist, sondern auch das „Gemeinschaftsgefühl“ der Pfarre wieder stärkt.

Mir wurde Erzählt wie jemand eine großzügige und kostenlose Unterstützung in einem anderen Bereich der Pfarre angeboten hat, mit dem Argument: „… ich sehe wie die Kopfinger beim Pfarrhof zusammen helfen, das mach ich – und ich verlange auch nichts dafür“

 

Fritz:

Sicher haben auch die Berichte im Pfarrbrief motiviert auch mitzuhelfen zu wollen.

Es gab aber auch Zeiten, an denen ich dachte: „Ich habe keine Leute mehr“. Wir mussten als wieder aktiv zur Mithilfe auffordern.

Wir haben teilweise sogar „Telefonbücher gelesen“, um zu überlegen wenn wir noch nicht um Mithilfe gebeten haben.

 

Markus:

Gab es auch Überraschungen? Hat auch dich jemand angerufen?

 

Fritz:

Ja sicher. Ja es gab auch welche die mich angerufen haben.

Einmal z.B. ging ich in Schärding über den Stadtplatz, da traf ich eine Kopfingerin, die sagte zu mir: „Ich hab schon mal gefragt ob ich beim Pfarrhof auch mal helfen kann, da wurde mir gesagt das Du die ganze Roboteinteilung machst“. „ Wenn es vorm Übersiedeln zum Pfarrhofputzen ist – ruf mich an“.

Ich find das super, kommt einfach und sagt sie möchte putzen helfen.

 Demnächst kommt eh die Zeit, an denen mehrere Tage alles geputzt werden wird. Spätestens Mitte Mai.

Es gab aber auch Zeiten, an denen ich alle durchgerufen habe, und dann wieder von vorne begonnen habe, ich brauchte ja die Leute.

Im durchschnitte kann ich sagen das ich mind. 5 – 10  Personen angerufen habe bis ich eine Zusagen hatte.

Viele waren nicht zuhause. Andere hatten z.B. an den Samstagen Familiäre Verpflichtungen, oder Zuhause Arbeiten zu erledigen.

Wenn Du am Samstag Leute brauchst, und es wird Donnerstag Freitag da wird es schon langsam eng.

Die Anrufe dürfen aber auch nicht zu früh kommen, 14 Tage vorher bekommst du keine Zusage, da viele noch nicht wissen ob gewisse Arbeiten zuhause zu erledigen sein werden.

Ich hatte mit Strasser Hans abgemacht, sobald wie möglich, die Informationen wie viele Leute auf der Baustelle gebraucht werden, zu bekommen.

Sonntag spätestens Montag begann ich zu telefonieren. Es gab ja auch Wochenenden an denen 3 bis 4 Leute am Freitag und am Samstag gebraucht wurden. Das hätte ich wenn ich mitte der Woche mit den Anrufen begonnen hätte nicht mehr geschafft.

Und auch da merkte man die Jahreszeit. Im Herbst zum Beispiel wo die meiste zuhause noch viele Erledigungen hatten.

Es gab Tage da dachte ich mir, das gibt’s doch nicht hat den überhaut keiner Zeit. An anderen Tagen ging es wieder ganz schön zügig voran.

Aber es ist immer wieder recht worden.

Einmal, das werde ich nicht vergessen, da hatte ich an einem Freitag einen Termin wegen Arbeiten im Wald. Die Leute warteten schon vor meiner Haustüre – als jemand auf der Pfarrhofbaustelle ausgefallen ist, und ich zu telefonieren begann. Da wurden nicht nur die Leute vor der Haustüre unruhig, aber es half nichts – ich brauchte einen Arbeiter für die Baustelle. Gott sei Dank fand ich jemanden der direkt nach seiner Stallarbeit zum Pfarrhof fuhr. Und auch da war es wieder einer der viel öfter gearbeitet hat, als zu Beginn zugesagt.

 

Markus

Ich finde das man merkt es ist nicht nur eine Baustelle, sondern da steckt mehr dahinter.

 

Fritz

Ja wie sich die Abbrucharbeiten am Anfang schon gestalteten. Ich war einige male auf der Baustelle wie der Putz runtergeschlagen und die Decke abgetragen wurde. Tage lang Abbrucharbeiten.

 

Markus

Und das ist körperlich schwere Arbeit …

 

Fritz

Nicht nur das sondern auch der viele Staub und Dreck.

Es gab schon Sonntage an denen ich scherzhaft angesprochen wurde: „ Da hast Du mich schon zur richtigen Arbeit eingeteilt“.

Ich habe die Leute angerufen mit den Information die ich vom Strasser hatte: es werden soviele Leute benötigt. Ich wusste meistens ja selber nicht genau was auf der Baustelle zu erledigen war.

Strasser Hans war aber auch einer der selber, mit Abstand, die meisten Stunden auf der Pfarrhofbaustelle verbrachte. Vom Anfang bis zum Schluss.

 

  Markus:

Er war von der ersten Minute an dabei.

 

Fritz:

Sicher darf nicht vergessen werden dass vor allem zu Beginn,  auch Johann Scheuringer sehr aktiv war.

Die meisten Telefonate hatte ich aber sicher mit Strasser Hans.

Ich kann sagen mit den zwei hat das ganz gut funktioniert

 

Markus

Danke dass ich kommen durfte.

 

Fritz

Danke dass du da warst.

 

Fritz Reitinger

   Fritz Reitinger bedankt sich bei den vielen freiwilligen Helfern

(Pfarrfest 31.Mai 2015)

    

 

 

Der Advokat Gottes
Der Advokat Gottes /  Sel. Bartolo Longo

 

ACHTUNG!!!

Zusätzliche Aufführung am 5.November um 14 Uhr

 

 

 

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